Die hohe Kunst von Sushi und Sashimi in Hannover
Es ist kein billiges Vergnügen, ganz im Gegenteil. Wer Sushi essen geht, muß tief in die Tasche greifen. Ich meine allerdings nicht die Art von Sushi, die es zunehmend auch im Supermarkt gibt. Die Reisklumpen mit vetrocknetem Fisch, die in Plastikschälchen auf Käufer warten, haben mit echtem Sushi so viel zu tun wie Trabbi mit Mercedes. Sushi und die japanische Küche verlangen Frische, Qualität, das richtige Werkzeug in der Küche und Liebe zum Essen. Vorbei sind aber die Zeiten, in denen es richtiges Sushi nur in Japan gab oder in den Metropoeln wie New York, London oder Berlin. Eine der besten Sushibars im Norden ist die Sushi-Bar Gim in Hannover.
Das sie nicht da liegt, wo Hannover schick ist oder jedenfalls so tut, hat sein Gutes. In die Goethestrasse kommt nur, wer da hin will. Ins "Gim" geht man nicht, weil es dort schick ist. Wer Sushi aus gesellschaftlichen Gründen essen gehen will oder muss in Hannover, den zieht es wahrscheinlich eher in "Kabuki" im modernen Glasbau der Nord/LB. Entlang der Goethestrasse ist es nicht schick. Kleine Technikläden; Schneidereien, die nicht größer sind als das Schaufenster breit ist; türkische Gemüseläden; Internetcafes; und immer wieder: kleine Restarants. Sie bieten Afghanische Küche, Spanische - und eben das "Gim". Die Vorbesitzer haben es zu einer Institution gemacht und verkaufen ihr Sushi jetzt am Hauptbahnhof in Hannover. Der neue Besitzer hat das "Gim" umgebaut, es ist jetzt etwas moderner als vorher und man kann im Sommer sogar vor der Tür sitzen. Aber deshalb kommt niemand hier her. Im "Gim" will man nur Sushi und Sashimi essen.
Ein Essen beginnt hier mit einem heissen Froteetuch - eine wunderbare Erfindung der Asiaten. Ausbreiten und auf das Gesicht legen, dann die Hände damit säubern - und los geht es. Ich beginne meist mit einem Sake. Den Reiswein gibt es ja meist warm und im Kännchen - nicht so im "Gim". Hier serviert man ihn wie in Japan üblich eisgekühlt, eingeschenkt in ein eckiges Holzgefäß. Auf die Ecke kommt eine Prise Salz - ungewöhnlich und gut. Die neue Karte ist übrigens genial für alle, die zum ersten mal beim Japaner sind. Kleine Bilder zeigen, was da auf den Tisch kommt.
Schon die Auswahl der Vorspeisen ist riesig: Seetang-Salat, das koreanische Nationalgericht Kim Chee (vergorener, scharfer Weißkohl), Spinat in Sesam, scharfe eingelegte Fische, gebratener Tofu, eingelegte Gurken. Von allem nur eine kleine Schale - Kenner bestellen eine große Auswahl und teilen. Das man mit Stäbchen ist - eine Selbstverständlichkeit im "Gim". Zu jedem Essen gibt es natürlich eine Miso-Suppe, das japanische Nationalgericht aus Fischsud Sojabohnenpaste. Dazu kommen kleine Stücke vom Tofu, Frühlingszwiebeln und dünne grüne Meeresalgen namens Wakame. Misosuppe wird in Japan mit Stäbchen gegessen, jedenfalls die festen Bestandteile. Die Suppe trinkt man aus der Schüssel. Und dann natürlich das Wichtigste: Sushi oder Sashimi.
Beides ist super frisch und vom Sushimeister perfekt geschnitten und phantasievoll angerichtet. Bei den Sushi gibt es alles von einfachen Sushi über Futomaki bis zur klassichen California Roll mit Avocado. Ich binein Fan der rohgen Fishe pur - Sashimi sind rohe Stücke Fisch, die man mit etwas Sojasauce und Wasabi (japanischen grünen Meerettich) würzt. Dazu eine Schale Reis - löstlich. Für Einsteiger ist das Sashimi von Lachs und Tunfisch zu empfehlen. Das Beste im "Gim" ist Jo-Sashimi - eine große Mischung aus Lachs, Butterfisch, Makrele, Heilbutt, Thunfisch, Muschel - was eben so im bester Qualität zu bekommen war. Dazu trinkt man grünen Tee, Sake - oder auch Weisswein, den es im "Gim" in guter Qualität gibt. Wie gesagt: Billiog ist e snicht. Wer komplett mit Vorspeisen, viel Sushi und Sashimi, Sake und Wein essen geht, muss am Abend für zwei perosnen mit 70 bis 100 €uro rechnen. Ein teures Vergnügen, dass sich aber unbedingt lohnt.
Guten Appetit
wünscht
Michael Thürnau


























